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Brief an die Aktionäre

Dr. Cornelius Riese, Co-Vorstandsvorsitzender

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2,52 Milliarden Euro blickt die DZ BANK Gruppe auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück. Damit ist das Ergebnis gegenüber dem Vorjahresniveau deutlich gestiegen (1. Halbjahr 2025: 2,13 Milliarden Euro). Maßgeblich hierfür war die sehr gute operative Entwicklung in den meisten Gesellschaften. Insbesondere die Segmente Versicherung und Asset Management trugen dazu bei.

Die Eskalation des Nahost-Konflikts im zweiten Quartal führte zu neuerlicher Verunsicherung, Lieferkettenstörungen und steigenden Energiekosten. Trotz der Stützung durch eine expansive Fiskalpolitik dämpften die erneut erhöhte Inflation, strukturelle Probleme der Industrie und eine verhaltene private Nachfrage das Wachstum in unserem Heimatmarkt spürbar. Dieser realwirtschaftlichen Stagnation stand ein ausgeprägter Optimismus an den Kapitalmärkten gegenüber, die sich als sehr robust erwiesen.

„Mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2,52 Milliarden Euro blickt die DZ BANK Gruppe auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück.“

Die DZ BANK Gruppe konnte diese Rahmenbedingungen dank ihres diversifizierten Geschäftsmodells erfolgreich meistern. Einen wesentlichen Anteil am sehr guten Halbjahresergebnis hatte erneut die R+V Versicherung, getragen von gestiegenen Beiträgen und einem weiterhin niedrigen Schadenverlauf in der Sach- und Rückversicherung. Auch die Union Investment trug maßgeblich zum Ergebnis bei. Unterstützt durch die Marktentwicklung stiegen sowohl volumen- als auch erfolgsabhängige Ertragskomponenten.

Die DZ BANK – Verbund- und Geschäftsbank verzeichnete ein gutes Kundengeschäft in allen drei Geschäftsfeldern. Der Unsicherheit mit Blick auf die geopolitischen Rahmenbedingungen begegnete die Bank mit flexiblen Kundenlösungen. Die verstärkte Nachfrage der Unternehmen nach langfristigen Krediten führte zu einem Anstieg des Kreditvolumens. Vor allem Projekt- und Auslandsfinanzierungen legten deutlich zu. Die Absicherungsaktivitäten der Unternehmen blieben auf einem hohen Niveau. Insbesondere Zinsabsicherungen waren erneut stark nachgefragt. Auch das Kapitalmarktgeschäft verzeichnete gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Zuwachs. Die Bank begleitete zahlreiche Kunden bei klassischen und nachhaltigen Emissionen. Im Bereich Transaction Banking entwickelten sich die Zahlungsverkehrstransaktionen sowie das verwahrte Fondsvolumen positiv. Mit einem Abwicklungsvolumen von rund elf Milliarden Transaktionen pro Jahr zählt die Bank zu den drei größten SEPA-Clearern in Europa. Das Ergebnis der Verbund- und Geschäftsbank liegt auf planmäßigem Niveau – unter anderem infolge negativer Bewertungseffekte bei Eigenemissionen jedoch unterhalb des Vorjahres.

Die DZ HYP verzeichnete eine stabile operative Entwicklung und verbesserte ihr Ergebnis. Erwartungsgemäß konnte die Bausparkasse Schwäbisch Hall ihr Ergebnis weiter steigern, auch dank der Erholung in der privaten Baufinanzierung. Auch die DZ PRIVATBANK setzte ihren positiven Ergebnistrend fort. Die Entwicklung von TeamBank und VR Smart Finanz war weiterhin vom schwachen konjunkturellen Umfeld geprägt. Konzernübergreifend bewegte sich die Risikosituation auf einem unauffälligen Niveau.

Die wesentlichen Ergebnisse im Einzelnen:

Der Zinsüberschuss der DZ BANK Gruppe ist auf 1,80 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2025: 1,91 Milliarden Euro) zurückgegangen. Während der Zinsüberschuss bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall sowie der DZ HYP stieg, ging dieser in der Verbund- und Geschäftsbank leicht zurück. Der Provisionsüberschuss wuchs deutlich auf 2,02 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2025: 1,66 Milliarden Euro). Insbesondere höhere volumen- sowie erfolgsabhängige Erträge bei der Union Investment trugen dazu bei. Das Handelsergebnis erhöhte sich auf 351 Millionen Euro (1. Halbjahr 2025: 191 Millionen Euro). Maßgeblich für den Anstieg war ein sehr gutes Kapitalmarktgeschäft der Verbund- und Geschäftsbank. Zudem kam es zu geringeren Belastungen aus IFRS-Bewertungseffekten im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis aus Finanzanlagen lag bei minus einer Million Euro (1. Halbjahr 2025: minus 38 Millionen Euro). Das Sonstige Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten sank, bedingt durch negative Bewertungseffekte, auf minus 31 Millionen Euro (1. Halbjahr 2025: 21 Millionen Euro). Das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft übertraf mit 1,10 Milliarden Euro das bereits hohe Vorjahresniveau (1. Halbjahr 2025: 766 Millionen Euro). Die Risikovorsorge belief sich auf 312 Millionen Euro (1. Halbjahr 2025: 241 Millionen Euro). Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich auf 2,51 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2025: 2,32 Milliarden Euro). Ursächlich hierfür waren Investitionen in Technologie sowie höhere Aufwendungen für Personal und die Beiträge für die Sicherungseinrichtung.

Mit einer harten Kernkapitalquote von 18,9 Prozent (31.12.2025: 18,4 Prozent) ist die DZ BANK Gruppe sehr gut kapitalisiert.

Im Namen des Vorstandes spreche ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DZ BANK Gruppe meinen Dank aus. Ihr Engagement hat maßgeblich zu diesem erfreulichen Halbjahresergebnis beigetragen.

Die geopolitische Lage bleibt trotz kurzzeitiger Friedenshoffnungen fragil. Hohe Energiepreise und unterbrochene Lieferketten dürften noch eine Weile wesentliche Belastungsfaktoren für die Weltwirtschaft bleiben. Erste Wachstumsimpulse sollten in Deutschland von den Investitionen aus den Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung ausgehen. Für das Gesamtjahr prognostizieren unsere Volkswirte ein BIP-Wachstum von 1,1 Prozent.

Gestützt auf unseren sehr erfolgreichen Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr blicken wir dennoch mit Zuversicht auf das Gesamtjahr: Für 2026 rechnen wir mit einem Ergebnis vor Steuern zwischen 3,5 und 4,0 Milliarden Euro.

„Es kommt jetzt auf den Mut und die Entschlossenheit aller Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an, um die Transformation unseres Landes aktiv voranzutreiben.“

Gleichzeitig sind die tiefgreifenden Herausforderungen für den Standort Deutschland nicht zu unterschätzen. Nach mehreren Jahren wirtschaftlicher Stagnation und angesichts einer historisch niedrigen Investitionsbereitschaft der Unternehmen sind entschlossene Schritte erforderlich. Die Politik hat die Problemfelder erkannt – das Umsetzungstempo der Reformen reicht jedoch bei Weitem nicht aus. Es kommt jetzt auf den Mut und die Entschlossenheit aller Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an, um die Transformation unseres Landes aktiv voranzutreiben.

Mut zur Veränderung hat die DZ BANK im Jahr 2016 mit der historischen Fusion von DZ BANK und WGZ BANK unter Beweis gestellt. Durch den Zusammenschluss entstand im August vor zehn Jahren eine gemeinsame Zentralbank für alle deutschen Genossenschaftsbanken. Dieser Schritt war der krönende Abschluss der Konsolidierung im Oberbau der genossenschaftlichen FinanzGruppe und spiegelt sich heute in einer leistungs- und ertragsstärkeren Gesamtorganisation wider.

Auf diesem Fundament treiben wir unsere strategischen Initiativen konsequent voran. In einem Marktumfeld, das von kürzeren Innovationszyklen, intensivem Wettbewerb und hoher Dynamik geprägt ist, bleibt der Veränderungsdruck hoch. Umso dringlicher ist es, Künstliche Intelligenz schnell, effizient und produktiv in unserer Organisation zu verankern. Eine hohe Priorität hat zudem die Stärkung unserer Positionierung bei jüngeren und digital-affinen Kundengruppen. Konzernweit passen wir unsere Services und Angebote gezielt an die Bedürfnisse dieser Zielgruppe an. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und den Primärinstituten gestalten wir zum Beispiel die Zukunft des Wertpapiergeschäfts. Dazu bauen wir unser Angebot – in enger Abstimmung zwischen der DZ BANK und der Union Investment – kontinuierlich aus. So setzen wir den Rollout von meinKrypto fort und entwickeln bewährte Depotmodelle wie meinDepot mit hoher Priorität weiter. Zudem arbeiten wir gruppenweit an innovativen Altersvorsorgelösungen wie dem Altersvorsorgedepot und der Frühstartrente.

Auch bei anderen strategischen Handlungsfeldern halten wir das Tempo hoch. Exemplarisch sei die Stärkung unseres internationalen Geschäfts genannt. Zuletzt haben wir eine neue Einheit im Transaction Banking geschaffen, die als zentraler Ansprechpartner für die Primärinstitute im Auslandsgeschäft fungiert. Damit stellen wir sicher, dass wir beim wichtigen Ankerprodukt Zahlungsverkehr und darüber hinaus noch gezielter auf die Bedürfnisse der Genossenschaftsbanken und ihrer Firmenkunden eingehen können.

Über alle Gruppenunternehmen hinweg forcieren wir die Digitalisierung und Automatisierung unserer Prozesse – insbesondere durch moderne, digitale Kundenschnittstellen, zukunftsfähige Cloud-Infrastrukturen und den konsequenten Einsatz Künstlicher Intelligenz. Nicht zuletzt wollen wir auf diese Weise gezielt Effizienzen heben und unsere Kostenentwicklung diszipliniert steuern.

Alle unsere Bemühungen folgen einem klaren Kompass: der nachhaltigen Sicherung der Zukunftsfähigkeit des genossenschaftlichen Bankings.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cornelius Riese
Vorstandsvorsitzender